von Inge K. » Mi Feb 02, 2011 4:23 am
Sie haben ein Haus gekauft und möchten es finanzieren? Eigentlich ist die Frage falsch gestellt, denn wer ein Haus kauft, muss bereits vor dem Kauf und der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages über eine sichere Finanzierung verfügen. Scheitert die Finanzierung nämlich, kann der Verkäufer des Hauses auf der Grundlage des notariellen Kaufvertrages gegen den Käufer sofort wegen der Zahlung des Kaufpreises zwangsvollstrecken und den Käufer in den wirtschaftlichen Ruin treiben. In der Notarurkunde unterwirft sich der Käufer nämlich regelmäßig der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen. Die Gründe, warum der Käufer nicht zahlen kann, brauchen den Verkäufer nicht zu interessieren. Der Verkäufer kann zwar vom Kaufvertrag wegen der Nichtzahlung des Kaufpreises zurücktreten, er muss es aber nicht. Er kann das Haus nach seinem Rücktritt wieder weiter verkaufen. Sofern er einen geringeren Kaufpreis erzielt, kann er die Differenz gegenüber dem ersten Käufer als Schadensersatz geltend machen.
Also: vor dem Hauskauf ist es unabdingbar, eine Baufinanzierung Hauskauf sicher zu stellen. Es empfiehlt sich in einem ersten Schritt, die eigene Hausbank wegen einer Baufinanzierung anzusprechen, vor allem, wenn das Gehalt auf ein Girokonto bei der Hausbank überwiesen wird. Die Hausbank kennt angesichts des Gehaltseingangs und der Kontenbewegungen zumindest grob die wirtschaflichen Verhältnisse des künftigen Hausherren. Sofern die Hausbank wenig Interesse zeigt, aber auch dann, wenn sie ein Finanzierungsangebot unterbreitet, ist es immer ratsam, sich nach alternativen Angeboten für eine Baufinanzierung umzusehen. Im Internet kann man sich optimal orientieren und die Angebote verschiedener Banken miteinander vergleichen. Die Angebote unterscheiden sich naturgemäß in den Zinssätzen und den Konditionen im Detail teils enorm.
Die Zinssätze orientieren sich an der zeitlichen Festschreibung des Zinssatzes. Je länger man einen vereinbarten Zinssatz festschreibt, umso höher und langfristiger ist die persönliche Situation kalkulierbar. Man muss nicht damit rechnen, dass man infolge einer überraschenden Zinserhöhung mit zusätzlichen Zinsen belastet wird. Gerade jetzt befinden wir uns in einer Zinsphase, die extrem günstige Zinsen anbietet. Es empfiehlt sich, diese Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Eigentlich muss man davon ausgehen, dass sich die Zinssätze wieder nach oben entwickeln werden und die Gelegenheit, so wie sie sich heute bietet, sich nicht noch weiter verbessert. Im übrigen ist es ratsam, ein gewisses Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen. Man muss das Haus dann nicht bis an die Grenze des Verkehrswertes belasten und reduziert die Zinslast. Wer zudem bereit ist, gewisse Eigenleistungen bei der Renovierung einzubringen, kann den notwendigen Finanzierungsbetrag zusätzlich reduzieren. Mit dem Abschluss einer Risikolebensversicherung sichert man die Existenz der Familie ab, da im Falle des Ablebens des arbeitenden Hausherrn die Finanzierung bedient werden kann.